Die interaktive CD-Rom mit Macromedia Director
Mit CD-Rom meinen wir natürlich nicht den Datenträger
selbst, sondern den Inhalt: Ein speziell für die Aufgabe gemachtes
Programm und die dazu gehörenden Daten.
Ein recht bekanntes Programm zum Erstellen von Präsentationen
ist etwa "Microsoft Powerpoint": Man stellt einige Bilder,
Texte, Videos usw zusammen, packt es und brennt es auf CD. Das funktioniert
bei einfachen Folien recht gut, so richtig interaktiv - also "benutzbar"
- ist es nicht. Außerdem stößt man mit Powerpoint
schnell an Grenzen.
Die meisten Computerbenutzer werden sich wohl keine Gedanken machen,
warum Programme wie Word - oder eben auch Powerpoint - umständlich
installiert werden müssen und lange nicht auf jedem Computer
laufen, während ein und dieselbe CD sowohl auf Macintosh, Windows
95 und Windows XP einfach startet und läuft, wenn sie in den
CD-Schacht gesteckt wird. Klar wird aber wohl jedem sein, dass es
für eine Firmenpräsentation oder einen interaktiven Katalog
keine Anleitung geben soll, wie denn diese CD jetzt zu bedienen
ist: Alles muss einleuchtend und intuitiv zu steuern sein. Und nicht
zuletzt soll es gut aussehen: Keine öden grauen Buttons, keine
unverständlichen Menübäume, sondern alles stimmig
aus einem Guß.
Jede CD-Rom muss also individuell gestaltet werden und die speziellen
Anforderungen berücksichtigen. Ein Auto zu präsentieren
ist eine völlig andere Sache, als Feuerwerkskörper in
Sortiments anzubieten. Ein Klick auf einen Schalter kann bewirken,
dass nur ein Bild ausgetauscht wird, kann aber auch umfangreichste
Datenbankabfragen und Berechnungen zur Folge haben. Wenn auf dem
Schalter etwa "anzeigen" steht, kann das je nach Situation
ganz verschiedene Auswirkungen haben, eben je nachdem, was in dieser
Situation anzuzeigen ist. Und natürlich betrifft die Flexibilität
nicht nur dezidierte Schalter, sondern auch alle anderen "Events";
Maus, Tastatur, Zeit, Umgebung.
Für eine ausgewachsene CD-Rom kommen so schnell einmal 6000
Zeilen Programmcode zusammen, wovon nur ca. ein Drittel direkt aus
Bibliotheken kommt, der Rest ist getippter Code.
Fast alle CD-Roms werden mit Macromedia Director gemacht. Grob gesagt
ist Director - wie Powerpoint - ein Präsentationsprogramm.
Aber anders als Powerpoint ist Director nicht Teil eines Office-Paketes,
sondern hat seine Wurzeln eher im Trickfilm und Animationsbereich.
Es gibt daher eine "Bühne" (Arbeitsfläche),
ein "Drehbuch" (Zeitsteuerung) und eine "Besetzung"
mit "Darstellern" (alle verwendeten Objekte).
Die Arbeitsumgebung von Macromedia Director:

Das besondere an Director ist aber seine umfangreiche Skriptsprache "Lingo",
mit der sich alle Abläufe bis ins letzte Detail steuern lassen.
Das kleine Stückchen Skript oben sagt etwa folgendes:
Wenn ich (das Skript "AgentCall") aufgerufen werde mit dem Wert "Aufruf" dann passiert
folgendes:
Wenn der Wert "Aufruf" leer ist (""), dann höre ich gleich wieder auf.
Wenn das erste Zeichen von Aufruf ein ">" ist, dann lösche ich es und gebe dem Wert "MessageTimeOut" einen
anderen Wert. (Das bewirkt in anderen Teilen des Programmes, daß gerade laufende Animationen möglichst
schnell beendet werden, vereinfacht bedeutet ">" also: bitte sofort)
Wenn der Aufruf derselbe ist wie vorher, dann ist wieder Schluß; es soll ja nicht dauernd die gleiche
Animation ablaufen.
Daneben ist die "Besetzung" sichtbar. Von Henry gibt es ca 300 Einzelbilder, gemeinsam mit der Sprechblase
sind sie in einem selbständigen Teil zusammengefaßt und werden bei Bedarf in andere Teile der CD-Rom
integriert. Wie die Büroklammer in Word "wartet" er darauf, von einem anderen Skript "aktiviert" zu
werden, in der Zwischenzeit bewegt er sich relativ zufällig; meistens telefoniert er :-))
Die gesamte CD-Rom enthält etwa 6000 Zeilen Skript-Code.
interaktive Kataloge auf CD-ROM:
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Director & Shockwave
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