Gastartikel von Ralf Lokay (Deutschland)

Gerade in Druckereien werden auch heute noch umweltschädliche Chemikalien und Druckfarben sowie Alkohol im Feuchtmittel eingesetzt.

Biodruckfarben und Recyclingpapiere

Gastartikel von Ralf Lokay (Druckerei Lokay, Deutschland)

Öko und Bio sind mittlerweile mehr als nur ein erfreulicher Trend – in sämtlichen Bundesländern in Deutschland kaufen und konsumieren immer mehr Menschen ökologisch und/oder biologisch einwandfrei angebaute oder produzierte Waren. Auch sehnen sich die Konsumenten nach Produkten und Dienstleistungen von Unternehmen, die sich ihrer Verantwortung gegenüber kommenden Generationen bewusst sind und daher mit einer nachhaltigen Firmenphilosophie agieren. Dass sich das Thema Nachhaltigkeit mehr und mehr in das Bewusstsein der Bevölkerung verankert hat, dokumentiert dies auch der aktuelle, sogenannte Indikatorenbericht vom Statistischen Bundesamt in Wiesbaden:

„Inzwischen hat sich der Nachhaltigkeitsansatz als zentrales Prinzip in weiten Teilen der Politik und der Bevölkerung etabliert.“

Um langfristig erfolgreich am Markt bestehen zu können, müssen auch Druckereien reagieren

Gerade im Bereich der Druckereibranche setzen die meisten Akteure auch in der heutigen Zeit viele umweltschädliche Chemikalien und Druckfarben sowie einen hohen Anteil an Alkohol im Feuchtmittel ein. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Branche mit Argusaugen beobachtet wird – Unternehmen, die ein nachhaltiges Statement setzen möchten, wünschen sich Printprodukte wie Briefpapier, Umschläge, Flyer, Postkarten etcetera aus nachhaltiger, ökologischer Produktion.

Hier haben jedoch bereits etliche Druckereien reagiert, nachhaltige Konzepte entwickelt und realisieren Printprodukte für diesen immer weiter wachsenden Kreis anspruchsvoller, umweltbewusster Kunden.

0 % Alkohol und 100 % Farben aus nachwachsenden Rohstoffen

Fakt ist, dass jede Druckerei mit relativ neuen Druckmaschinen – nennen wir hier beispielsweise die Fünffarbenmaschinen Heidelberg Speedmaster CD 74 und Heidelberg Speedmaster 102 – komplett alkoholfrei drucken könnte. So ist es wohl eher die Frage des Wollens als eine Frage der Technik! Druckfarben auf Basis nachwachsender Rohstoffe sparen tonnenweise Mineralöl ein. Zudem hilft der Einsatz gleichwertiger, biologisch abbaubarer Ersatzstoffe für das Umweltgift Isopropylalkohol (IPA) Natur und Umwelt gleichermaßen zu schützen.

Papier vs. Recyclingpapier

Auch im Bereich der Bedruckstoffe können Druckereien einiges beachten, um eine effektive Nachhaltigkeits-Strategie zu entwickeln. Nahezu jedem ist bewusst, dass für Papier Wälder geopfert werden, nur wenige wissen, wie viel Holz die Frischfaserpapierproduktion wirklich verschlingt. Hier sind es knapp 2,3 Kilogramm Holz für ein Kilo Frischfaserpapier. Die Umweltorganisation World Wide Fund for Nature (WWF) berichtet, dass fast jeder zweite, weltweit industriell gefällte Baum zu Papier verarbeitet wird. Wussten Sie, dass Deutschland der zweitgrößte Papierimporteur und der viertgrößte Papierproduzent der Welt ist?

Dabei bietet der Markt den Druckereien eine riesige Auswahl an zertifizierten (Recycling-) Papieren und Kartons, die sich in Bezug auf Qualität, Grammaturen, Formate, Oberflächenbeschaffenheiten und Veredelungsmöglichkeiten sowie die Farbbrillanz von konventionell produzierten Papieren kaum oder gar nicht mehr unterscheiden lassen.

FSC-Siegel und Blauer Engel

umweltzeichenUmweltzeichen (Deutschland)

Möchten Druckereien nachhaltig arbeiten, können sich diese beispielsweise auf die FSC- und Blauer Engel Zertifizierungen stützen. So sorgt das FSC-System dafür, dass das Holz der FSC-Papiere aus einer sicheren und nachhaltigen Waldnutzung stammt. Um dieses Ziel zu erreichen, bewahrt und verbessert die Non-Profit-Organisation Forest Stewardship Council (FSC) die ökonomischen, ökologischen und sozialen Funktionen angeschlossener Forst- und Waldbetriebe.

Benötigen Druckereien eine Orientierung oder Entscheidungshilfe, um beispielsweise umweltfreundlichere oder alternative Papiere zu finden, dient hierzu auch der Blaue Umweltengel. Er wurde 1978 vom Bundesminister des Inneren ins Leben gerufen und zeigt eine umweltfreundliche Alternative zu konventionellen, umweltbelastenden Produkten deutlich erkennbar auf.


Über den Autor

Geschäftsführer der Umweltdruckerei Lokay, Ralf Lokay, hat es sich zur Aufgabe gemacht, nachhaltig etwas für die Umwelt und damit letztlich auch für sich selbst und die eigene Familie zu tun. Dies ist sein Ansporn für den langen Weg, sein Unternehmen in eine »nachhaltige, grüne Druckerei« zu verwandeln. So stehen sämtliche ökologische, ökonomische und soziale Aspekte gleichberechtigt im Mittelpunkt des unternehmerischen Handelns. Kunden des Unternehmens freuen sich über Produkte und Lösungen mit Nachhaltigkeitsgarantie, die nicht teurer sind als konventionelle Printsachen. Das Unternehmen ist nach 2010 im Jahr 2015 bereits das zweite Mal für ihr hervorragendes Engagement als „Umweltdruckerei des Jahres“ bei den Druck & Medien Awards ausgezeichnet worden.


Gastartikel von Ralf Lokay (Deutschland)

Gerade in Druckereien werden auch heute noch umweltschädliche Chemikalien und Druckfarben sowie Alkohol im Feuchtmittel eingesetzt.

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Kontakt: Chio (Christian) Maisriml Mag. Sabine König